Reflexintegration

Was sind Urreflexe und welche Zusammenhänge mit Schul- und Verhaltensproblemen können bestehen?

Reflexe sind unwillkürlich und automatisch ablaufende Reaktionen des Körpers, die über Nervenzellen koordiniert werden und dem Schutz des Körpers dienen.

Ein persistierender Reflex ist eine noch nicht gehemmte Reflexaktivität, die ein Zeichen für die unreife des zentralen Nervensystems sein kann.

Der Reflex wird gehemmt, in dem das Reflexmuster in ein bewusstes Bewegungsmuster integriert wird. Das heißt auch, dass die unbewusste Steuerung des Körpers durch bewusste Steuerung ersetzt wird und die Schutzreaktion durch Schutzhandlung ersetzt wird.

Reflexe in der Ergotherapie

Die wichtigsten frühkindliche Reflexe

  • Moro Reaktion/ Reflex
  • Tonische Labyrinth Reaktion/ Reflex
  • Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex
  • Symmetrisch Tonische Nacken Reaktion / Reflex

Es gibt zahlreiche Indikatoren, die den Einsatz der Ergotherapie sinnvoll machen.

Durch die nachträgliche Integration der Reflexe  fällt die notwendige Kompensation weg und die neuromotorischen Möglichkeiten werden im Nachhinein geschaffen. Leichteres Lernen, Merkfähigkeit, Symptome von ADHS oder ADS, Lese- und Rechtschreibschwäche, Sprachschwierigkeiten können sich vermindern oder auflösen und eine optimale, volle Nutzung des Gehirns und des Bewegungsapparates sind die Folge.

Typische Lern und Entwicklungsstörungen durch persistierende Reflexe und deren Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele  werden hier kurz aufgezeigt:

Sehen

Okulomotorische Störungen (verdrehen, verkehren, auslassen, Unschärfe, Blicksprünge, Zeilenfehler) • schlechte Hell-Dunkel-Anpassung • schlechte Figur-Grund-Erkennung • schlechte räumliche Wahrnehmung • Hypersensibilität auf äußere Bewegung

Hören

Verzögertes Verstehen • verzögerte audio-motorische Koordination • schlechte Störschalldiskrimination • Hyperakusis • Hörstörungen • schlechtes räumliches Hören • Desorientiertheit • schlechtes auditives Kurzzeitgedächtnis

Sprechen

Schlechte Aussprache • unreife Sprache • Stottern • Poltern • gewählter Mutismus

Denken

Aufmerksamkeitsstörungen • Konzentrationsprobleme • hohe Anspannung • rasche Ermüdung • schlechtes Gedächtnis • schlechte Zeltvorstellungen • schlechte Raumvorstellungen • Probleme beim sequenziellen Arbeiten

Fühlen

Ängste • Schwindelgefühl, Reiseübelkeit • Unsicherheit • Überforderungsgefühl • Minderwertigkeitsgefühl • Wutanfälle • Ohnmachtsanfälle

Bewegen

Schwacher Muskeltonus • Koordinationsprobleme • Ungeschicklichkeit• geringes Aktivitätsniveau • schlechte Körperlage-Wahrnehmung • häufiges Hinfallen • Verlangsamungen • Wachstumsstörungen • Haltungsschäden

Freude an den Übungen

Mit einer Reflexintegration erhalten Sie oder Ihr Kind/ Jugendlicher eine Kombination aus erprobten Methoden, die dazu dienen, den individuellen Entwicklungsbedarf festzustellen, um mit einem gezielten Unterstützungsprogramm ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen. Durch den Einsatz von bilateralen Stimulationsmethoden unterstütze ich diesen Entwicklungsprozess.

Das Training dauert zwischen 6 – 12 Monate, wobei alle 2 Wochen eine Trainingsstunde bei uns in der Praxis stattfindet. Hierbei überprüfe ich das Vorhandensein aktiver Reflexe, integriere diese und zeige Ihnen und Ihrem Kind die unkomplizierten Übungen, die zuhause zu machen sind.

Der tägliche Zeitaufwand für die Übungen beträgt 10 – 15 Minuten, dabei sollten Sie als Eltern unterstützen. Die Erfahrung zeigt, dass die Kinder bald Freude an den Übungen haben und sie mit der Zeit gerne machen, weil sie selbst spüren wie gut diese ihnen tun.

Reflexe

Was sind die Folgen der Beibehaltung frühkindlicher Reflexe, die sich auch im Erwachsenen Alter zeigen können?

  • Strukturelle Schwächen des ZNS
  • Reizverarbeitungsstörungen
  • Störung der motorischen Koordination
  • Störung von Automatisierung
  • Lernstörungen
  • Psychische- und Verhaltensstörungen

Lassen Sie sich von uns beraten!

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